Diese Route ist für Reisende, die in sieben Tagen nicht nur „mehr vom Gleichen“ wollen. Du bekommst die volle Energie von Marrakesch, die ruhige Konzentration beim Wandern oberhalb von Imlil und zum Schluss eine salzige, windgekühlte Auszeit am Atlantik. Das Tempo ist realistisch: keine nächtlichen Busmarathons, keine „alles bis mittags“-Versprechen und genug Pausen, um das Geplante wirklich zu geniessen.
Gib Marrakesch zwei volle Tage, und du hörst auf, die Stadt wie eine Checkliste zu behandeln. Übernachte in der Medina, wenn du alles zu Fuss erreichen willst, oder in Gueliz/Hivernage, wenn du breitere Strassen und einfachere Taxifahrten bevorzugst. So oder so: Plane die Vormittage für die Gassen der Medina und die späten Nachmittage für Gärten und Aussichtspunkte, wenn die Hitze nachlässt und das Licht weicher wird.
Halte den ersten Tag bewusst flexibel: Ankommen, orientieren, dann eine „Anker“-Sehenswürdigkeit (zum Beispiel ein Museum oder ein Palastkomplex) und anschliessend ein langsamer Bummel durch Souks und Essensstände. Eine einfache Regel hilft: Wenn du dir bei einem Preis unsicher bist, frag freundlich nach, lächle und geh weiter; Marrakesch bietet unendlich viele Alternativen, und du brauchst keinen Streit, um fair einzukaufen.
Am zweiten Tag denkst du schon an die Berge. Das Tor zum Hohen Atlas, das Dorf Imlil, liegt rund 65–70 km von Marrakesch entfernt; je nach Verkehr und Verkehrsmittel dauert die Fahrt meist etwa 1¾ bis 2 Stunden. Besorge Bargeld, fülle das Nötigste auf (Sonnencreme, Blasenpflaster) und geh früh schlafen, damit Tag drei entspannt starten kann.
Tag 1 (Nachmittag/Abend): Einchecken, zur grossen Platzszene zum Beobachten gehen, dann dort essen, wo auch Einheimische sitzen. Wenn du lärmempfindlich bist, wähle ein Zimmer im Riad abseits des Innenhofs; Musik und Stimmen tragen nachts weit.
Tag 2 (Vormittag): Besuche eine grosse Sehenswürdigkeit früh, bevor die Mengen kommen. Danach ein langes Mittagessen im Schatten und den Nachmittag als „langsames Erkunden“ planen: ein Garten, eine kurze Einkaufsschleife, eine Kaffeepause. Marrakesch macht mehr Spass, wenn du akzeptierst, dass du in 48 Stunden nicht jeden Winkel sehen musst.
Tag 2 (Abend): Packe fürs Trekking so, wie es in den Bergen wirklich zählt: Schichten statt Outfit. Marrakesch kann warm sein, aber im Hohen Atlas können die Nächte deutlich kühler werden, und das Wetter kippt schnell. Eine warme Lage und eine leichte Regenjacke gehören griffbereit nach oben, nicht ganz unten in den Rucksack.
Fahre am Morgen aus Marrakesch los und nach Imlil, dem bekanntesten Ausgangspunkt für Touren im Toubkal-Gebiet. Du kannst mit privatem Taxi/Transfer oder per Sammeltaxi in Etappen fahren; in beiden Fällen gilt: Route und Preis vorher klar absprechen. In Imlil sind die Prioritäten simpel: Guide treffen, Wetterfenster prüfen und eine Route festlegen, die zu Fitness und Jahreszeit passt.
Im Toubkal-Gebiet müssen Wandernde seit 2018 mit einem Guide unterwegs sein; Kontrollen auf den Zustiegswegen werden immer wieder berichtet. Selbst wenn die Umsetzung je nach Tag unterschiedlich wirkt, ist ein lizenzierter lokaler Guide die vernünftige Standardlösung: Das unterstützt die Region, verhindert unnötige Diskussionen an Kontrollpunkten und macht die Tour sicherer und informativer.
Für maximalen Landschaftswechsel ohne Überlastung planst du zwei Nächte in den Bergen: eine Nacht in einem Tal- oder Dorf-Gästehaus und eine Nacht näher an den höheren Wegen (oder im Bereich einer Berghütte, je nach Route). Tag vier ist dein grosser Wandertag, Tag fünf ein kontrollierter Abstieg mit anschliessender Rückfahrt Richtung Stadt, bevor es weiter an die Küste geht.
Tag 3 (Imlil zu Dörfern im Tal): Sieh das als Akklimatisationstag. Geh ein paar Stunden durch Terrassenfelder und kleine Siedlungen, mach oft Pause und trink mehr, als du glaubst zu brauchen. Am Nachmittag ist Zeit für praktische Dinge: Rucksackgurte einstellen, Hotspots an den Füssen tapen und frühe Startzeiten für den nächsten Tag festlegen.
Tag 4 (langer Bergtag): Starte früh, um im Sommer die grösste Hitze zu meiden und eine Reserve für Wetterwechsel zu haben. Dein Guide passt die Route an: Manche Gruppen gehen Richtung Hüttenanstieg und Aussichtspunkte, andere wählen eine ruhigere Runde über Pässe und Seitentäler. Rechne mit gemischtem Terrain—Steinpfade, staubige Abschnitte und stellenweise loses Geröll—deshalb ist griffiges Schuhwerk wichtiger als Marken.
Tag 5 (Abstieg und Transfer): Beende die Tour bis zum späten Vormittag und fahre zurück nach Marrakesch, um kurz durchzuatmen, bevor es an den Atlantik geht. Wenn dir Fahrten auf kurvigen Strassen schnell zusetzen, sitz möglichst vorne, halte Wasser bereit und iss erst wieder schwer, wenn du unten bist.

Nach den Bergen fühlt sich der Atlantik wie ein Neustart an. Essaouira ist eine starke Wahl, weil die Stadt kompakt, gut zu Fuss machbar und meist spürbar kühler als das Inland ist. Die Busfahrt von Marrakesch nach Essaouira dauert häufig rund drei Stunden; Tickets liegen typischerweise bei etwa 100–140 MAD, je nach Anbieter und Verbindung, und es gibt über den Tag verteilt mehrere Abfahrten.
Plane den ersten Küstennachmittag für die Stadtmauern und den Hafen. Es ist ein Arbeitshafen, daher sind die Motive echt: Boote laufen ein, Reparaturen finden statt, Möwen kreisen, und am Abend steigt der Rauch von Grills auf, wenn der Fang auf dem Rost landet. Du wirst auch den Wind merken—oft ein konstanter Passat, der den Charakter der Stadt über viele Monate prägt.
Am siebten Tag entscheidest du je nach Bedingungen: ein langer Strandspaziergang und Caféstopps, wenn der Wind kräftig ist, oder eine längere Sandstrecke mit Baden, wenn es gerade ruhiger ist. Halte die Rückfahrt nach Marrakesch (oder die Weiterreise) unkompliziert: früh packen, Tickets wenn möglich vorab holen und genug Puffer für Verkehr auf dem Weg in die Stadt lassen.
Wenn du zwischen spätem Frühling und frühem Herbst reist, ist Wind in Essaouira oft Teil des Pakets. Das ist perfekt, wenn du Kitesurf-Vibes und frische Spaziergänge magst, weniger ideal, wenn du einen stillen, heissen Strandtag erwartest. Nimm eine leichte Windjacke mit—und die Stadt fühlt sich sofort angenehmer an.
Baue dir an der Küste jeden Tag ein „weiches Zeitfenster“ ein: ein langes Mittagessen, ein Hammam oder einfach eine Stunde, in der du hinter einer Mauer aufs Meer schaust. Essaouira belohnt ungeplante Zeit. Nach Marrakeschs Tempo wirkt das wie der Gegenpol, und genau so funktioniert es am besten.
Und sieh die Küste als Puffer vor der Heimreise: salzige Luft, lange Wege, frühe Nächte—das ist kein Lückenfüller. Das macht den Bogen der Woche rund: Stadtenergie, Bergfokus und dann ein klarer, ruhiger Ausklang am Ozean.